Entwicklung eines No-Harm Anwendungstests für Additive

Untersuchungen mit dem Diesel Deposit Formation Test sowie dem ENIAK-Prüfstandstest

Kurzbeschreibung

Unabhängig von der Wirksamkeit muss jedoch immer sichergestellt werden, dass die Additive keine nachteiligen Nebenwirkungen haben. Die No-Harm-Kriterien müssen von einem Additiv bestanden werden, damit es auf die sogenannte No-Harm-Liste aufgenommen wird. Diese Liste dient in der Industrie als Orientierung zur Verwendung von Additiven und stellt gewissermaßen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung dar.

Zur Durchführung von No-Harm-Tests für Additive wie Schmierfähigkeitsverbesserern, Fließverbesserern und Antioxidantien wird gemäß den geltenden Prüfbedingungen der von Peugeot 1982 entwickelte XUD-9 Motor eingesetzt, um eventuelle Ablagerungen durch Dieselkraftstoffe an Injektoren zu ermitteln. Durch die Markteinführung von modernen Common Rail Dieselmotoren ist die Technik des XUD-9 heute nicht mehr zeitgemäß und kann zudem die in modernen Motoren auftretenden inneren Injektorablagerungen (IDID, Internal Diesel Injector Deposits) nicht darstellen.

Darum ist die Entwicklung eines neuen Prüfverfahrens erforderlich, das anwendungsnah und aktuell sowie einfach durchzuführen und kostengünstig sein muss. Dafür eignen sich sowohl der Diesel Deposit Formation Test (DDFT) als auch der ENIAK-Prüfstandtest.

Ziele des Projekts

Ziel dieses Projekts ist es, den bekannten DDFT Labortest sowie den ENIAK Prüfstandstest in Bezug auf ihre Eignung als Nachfolger für das XUD-9 Testverfahren zu bewerten bzw. aus beiden Verfahren heraus einen modernisierten Ersatz als No-Harm-Test zu entwickeln. Die Testmethode soll für FAME-freie Dieselkraftstoffe (B0), Dieselkraftstoff-FAME-Blends (B10) sowie eine Auswahl potenzieller zukünftiger Dieselkraftstoffzusammensetzungen (DK_F) entwickelt werden und somit auch zukünftig Relevanz besitzen.

Arbeitsaufgaben OWI

  • Beschaffung und Einlagerung der Basiskraftstoffe
  • Voralterung der Versuchskraftstoffe im Kreislaufprüfstand für anwendungsnahe Versuchsdurchführungen
  • Herstellung von Kraftstoffmischungen
  • Modernisierung des ENIAK-Prüfstands und Versuchsdurchführung mit unterschiedlichen Additivklassen
  • Bewertung auf der Grundlage von Injektordiagnostiken vor und nach Prüfläufen mit dem Prüfstand sowie der erhobenen Messdaten

Durchführende Forschungsstellen

  • OWI Science for Fuels gGmbH
  • Universität Rostock, Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren

Projektförderung

Das IGF-Vorhaben 22629 BG der Forschungsvereinigung Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für nachhaltige Energieträger, Mobilität und Kohlenstoffkreisläufe e.V. – DGMK, Große Elbstraße 131, 22767 Hamburg, wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Das Logo des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz mit einem schwarzen Bundesadler und einem senkrechten schwarz-rot-goldenen Balken.

Projektlaufzeit

10/ 2022 bis 03/ 2025

Kontakt

Dipl.-Ing. Sebastian Feldhoff
Tel.: 02407/ 9518-117
E-Mail: S.Feldhoff@owi-aachen.de