Komponenten sowie Brenn- und Kraftstoffe auf dem Prüfstand

Die anwendungsnahe Forschung des OWI untersucht, wie sich Brenn- und Kraftstoffe bei steigenden Beimischquoten sowie bei reiner Verwendung von treibhausgasarmen Brenn- und Kraftstoffen im Zusammenspiel mit technischen Komponenten und im System unter realitätsnahen Einsatzbedingungen verhalten. Foto: OWI

In der Abteilung Energieträger am OWI werden Prüfmethoden und -apparaturen entwickelt, die eine Bestimmung der physikalisch-chemischen Eigenschaften flüssiger fossiler und regenerativer Brenn- und Kraftstoffen ermöglichen. Durch die Beimischung regenerativer Brenn- oder Kraftstoffe verändern sich in der Regel deren anwendungstechnische Eigenschaften. Mit der Entwicklung und dem Einsatz spezieller Prüfstände, können die Wirkmechanismen unterschiedlicher Brenn- und Kraftstoffblends auf technische Komponenten in der Fahrzeugtechnologie und in Heizsystemen im Raumwärmemarkt untersucht werden.

In diesen Prüfständen am OWI werden technische Komponenten aus Teilsystemen von Kfz (z.B. Kraftstoffintank-Pumpen oder Standheizungen) oder Heizungsanlagen (z.B. Brenner, Brennstoffpumpen) systemgetreu integriert. Der Brenn- oder Kraftstoff wird bei den Tests im Kreislauf durch das zu betrachtende Teil- oder Gesamtsystem geführt, um so den Zeitpunkt, die Art und das Ausmaß etwa der Bildung von Ablagerungen oder möglicher Systemstörungen zu identifizieren.

Auch bei Einhaltung aller Brenn- oder Kraftstoffnormen kann es vereinzelt zu Störungen oder Anlagenausfällen kommen. Die Prüfstände am OWI werden daher in Einzelfällen zum Beispiel zum Test von Brennstoffen eingesetzt, die im Feld zu Problemen geführt haben, um deren Ursachen zu analysieren und Lösungsansätze zu erarbeiten. Aber auch umfassende Grundlagenuntersuchungen werden an den Prüfständen durchgeführt, um zum Beispiel Alterungsprozesse von Brennstoffen zu analysieren, die Einfluss auf deren Lagerstabilität haben.

Die Vorteile der Entwicklung von Analysemethoden an Prüfständen liegen in der Ersparnis von Zeit und Kosten. Die Versuchslaufzeiten können auf bis zu 1.000 Stunden reduziert werden und sind damit auch für industrielle Auftraggeber akzeptabel. Zudem müssen keine Komplettsysteme aufgebaut werden, um Tests an Komponenten durchzuführen, so dass die Prüfverfahren erheblich kostengünstiger werden. Das führt auch dazu, dass Brenn- bzw. Kraftstoffe am Prüfstand im Kreislauf geführt werden können und so weitaus geringere Mengen benötigt werden.

Spezielle Prüfstände wurden zum Beispiel in folgenden Projekten entwickelt und eingesetzt:

ATES FAME (DGMK 729)
GObio
ENIAK
Entwicklung einer Screening-Prüfmethode für Schmierfette