Analytik

… der Eigenschaften von Brenn- und Kraftstoffen

Rancimattest zur Bestimmung der Oxidationsstabilität von Brenn- und Kraftstoffen. Foto: OWI

Im Chemielabor des OWI kann eine breit gefächerte, genormte und nicht-genormte Analytik von Brenn- und Kraftstoffen durchgeführt werden. Die Basis sind etablierte Mess- und Testverfahren, doch für die Durchführung von Forschungsprojekten sind in der Regel Methoden erforderlich, die über den Stand der Analysetechnik hinausgehen. Nicht selten ist die Entwicklung neuer Methoden erforderlich. Die physikalisch-chemischen Eigenschaften von flüssigen Brenn- und Kraftstoffen werden am OWI einerseits in idealisierten Systemen bzw. Einzelkomponentenanalysen und andererseits über Brenn- und Kraftstoffanalytik bestimmt.

Folgende physikalisch-chemische Eigenschaften flüssiger Brenn- und Kraftstoffe können derzeit am OWI untersucht werden:

  • Messung des Zündverzugs und der Cetanzahl von Mitteldestillaten und Blends mit dem Advanced Fuel Ignition Delay Analyzer (AFIDA)
  • Detektion der Konzentration von Elementen in Brenn- und Kraftstoffen sowie wässrigen Lösungen mit der Inductively Coupled Plasma – Optical Emission Spectrometry (ICP-OES)
  • Analyse von Schmierstoffen mit der Fourier Transform Infrared Spectroscopy (FTIR)
  • Bestimmung der Alterungsstabilität von Brenn- und Kraftstoffen gemäß DIN ISO 12205 mit dem Thermal Oxidation Stability Test (TOST)
  • Lagerstabilität: Auslagerung von Brenn- und Kraftstoffen bei Temperaturen von 8 °C bis 40 °C (bis 100 °C möglich) in speziellen Klimaschränken und Bestimmung nach Norm (DIN 51371)
  • Oxidationsstabilität: Änderung der Stabilitätseigenschaften durch Beimischung regenerativer Brennstoffe (modifiziertes Rancimat EN 15751, PetroOxy EN 16091) sowie Entwicklung neuer Analysemethoden (eigen-entwickelte Methode DGMK 714 bzw. Oxidationsstabilität nach der Chemilumineszenz)
  • Thermische Stabilität: Änderungen bei höherer thermischer Belastung (Vorwärmer, Düse) nach DIN 51471
  • Materialverträglichkeit: Wechselwirkungen zwischen Brenn- und Kraftstoffen mit Polymeren und Elastomeren (Dichtungen, etc.) und Korrosionseigenschaften (Stahlstiftkorrosionstest DIN ISO 7120) sowie Buntmetallkorrosion
  • Ablagerungsbildung: Bestimmung der Ablagerungsbildung bei der idealisierten Tropfenverdampfung, in Brennersystemen und in Pumpen
  • Wirkung von Additiven: Tribologische Prüfapparatur, Momentenprüfstand, Ölbrennerpumpen, Verbrennungseigenschaften, Alterung und Stabilität
  • Trübung von Brennstoffen durch Transmissionsmessungen
  • Peroxid- und Säurezahl sowie Wassergehalt als wichtige Kennzahlen zur Beurteilung der Stabilität
  • Thermogravimetrische Analyse: Untersuchung von thermischen und thermooxidativen Prozessen unter verschiedenen Betriebsbedingungen wie Temperaturprofilen (dynamisch oder isotherm) und Reaktivgasen.
  • Simulierte Destillation: Gaschromatographische Untersuchungen zur Bestimmung der Siedelage verschiedener flüssiger Kohlenwasserstoffe.
  • High-Performance-Liquid-Chromatography: Charakterisierung der flüssigen Kohlenwasserstoffe nach bspw. dem Aromaten / Aliphaten-Gehalt oder auch der Molekülgröße.

Bei der Brennstoffanalytik arbeitet OWI Science for Fuels auch mit akkreditierten Laboren zusammen. Für Aufgaben der Sonderanalytik (wie REM-EDX, IR, HPLC und anderen) wird auf die Infrastruktur von Hochschulinstituten der RWTH Aachen und weiterer Hochschulen zurückgegriffen.