Kurzfilm erläutert Einsatz von Pyrolyseöl als Brennstoff

24. August 2020 – Die wichtigsten Ergebnisse der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Ende 2019 abgeschlossenen EU-Projekt „Residue2Heat“ fasst ein kurzer Film zusammen. Erstellt wurde er von der Biomass Technology Group (BTG) in den Niederlanden. OWI Science for Fuels war technischer Koordinator in dem internationalen Projektkonsortium. Den Forschern zufolge ist die Nutzung von Schnell-Pyrolyse-Bio-Öl (fast pyrolysis bio-oil, FPBO) zur Erzeugung von Raumwärme unter technischen, umwelt- und sozio-ökonomischen Aspekten prinzipiell machbar.

FPBO ist als Ersatz für mineralölbasiertes Heizöl einsetzbar. Beim Einsatz von FPBO sind abhängig von der Rohstoffbasis zwischen 77 und 95 % geringere Treibhausgasemissionen im Vergleich zu Heizöl zu erwarten.

Da FPBO andere chemisch-physikalische Eigenschaften besitzt als Heizöl entwickelten die Projektpartner einen eigenen Haushaltsbrenner mit einer thermischen Leistung von 16 kWth bis 20 kWth, der unter Laborbedingungen mit FPBO ebenso betriebssicher funktionierte wie ein angepasstes marktübliches Brennwertgerät mit 34 kWth bis 44 kWth.

Die Herstellung von FPBO ist auch in kleinen Anlagen mit einer Verarbeitungskapazität von 20.000 bis 40.000 Tonnen Biomasse pro Jahr möglich. Als Rohstoffe für die Herstellung eignen sich land- und forstwirtschaftliche Biomassereste, wie beispielsweise Holzreste, Miscanthus, Stroh oder Grasschnitt, die weder für die Lebensmittel- noch die Futtermittelproduktion nutzbar sind und nicht zu Landnutzungsänderungen führen. Die im Prozess der Schnell-Pyrolyse als Nebenprodukt entstehende Asche eignet sich aufgrund ihres hohen Gehalts an Mineralien als Dünger in der Landwirtschaft.

Die Technologie wird aktuell von BTG genutzt. Das Unternehmen baute auf der Basis der im Projekt entwickelten Verbrennungstechnik den Prototypen eines FPBO-Heizsystems.

Das EU-Forschungsprojekt „Residue2Heat“ wurde von der Europäischen Union im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 unter dem Förderkennzeichen Nr. 654650 gefördert.