Mit Pyrolyseöl heizen

EU-Projekt will Biomasse-Reststoffe im Wärmemarkt nutzen

Das Gesamtkonzept des EU-Forschungsprojekts „Residue2Heat“ sieht die Entwicklung eines standardisierten Pyrolyseöls aus Biomasseresten vor, das als Brennstoff im Raumwärmemarkt eingesetzt werden kann.

Das Gesamtkonzept des EU-Forschungsprojekts „Residue2Heat“ sieht die Entwicklung eines standardisierten Pyrolyseöls aus Biomasseresten vor, das als Brennstoff im Raumwärmemarkt eingesetzt werden kann. Grafik: OWI

25. April 2016 – Mit „Residue2Heat“ (Reststoffe zu Wärme) ist ein neues Forschungsprojekt der Europäischen Union gestartet, das unterschiedliche Ströme von Biomasse-Reststoffen aus Land- und Forstwirtschaft nachhaltig aufbereiten und für die Wärmeerzeugung nutzbar machen will. Ziel ist es, mit Hilfe eines flüssigen Brennstoffs aus Biomasseresten die CO2-Emissionen im Wärmemarkt um mehr als 85 % zu reduzieren im Vergleich zum Einsatz fossiler Brennstoffe. Dieser Bio-Brennstoff der 2. Generation, Schnell-Pyrolyse-Bio-Öl (fast pyrolysis bio-oil, FPBO), wird bereits mit dem technischen Verfahren der Schnell-Pyrolyse aus breit variierenden Biomasse-Reststoffen hergestellt. Ein internationales Konsortium aus Forschungsinstitutionen und mittelständischen Unternehmen unter Beteiligung des Oel-Waerme-Instituts wird die Standardisierung und die Verwendung eines flüssigen, biogenen Brennstoffes im Wärmemarkt untersuchen sowie ein Brennwert-Heizsystem für die Nutzung des Brennstoffs technisch optimieren.

Der Brennstoff soll zur Wärmeerzeugung in Raumheizungen im Leistungsbereich von 20 bis 200 kW eingesetzt werden und effizient verbrennen. Die erste Herausforderung in diesem Projekt besteht darin, FPBO trotz seiner großen Bandbreite an möglichen biogenen Rohstoffen mit einer gleichbleibend hohen Qualität und weitgehend standardisierten Stoffeigenschaften herzustellen. Die zweite zentrale Aufgabe des Projekts ist die technische Anpassung eines hocheffizienten Brennwert-Heizsystems an die Nutzung dieses flüssigen Biobrennstoffs. Das ist notwendig, weil die Produkteigenschaften des Bio-Öls von denen konventioneller Brennstoffe abweichen, so dass beispielsweise der Brenner des Heizsystems neu entwickelt werden muss. Im Fokus der Entwicklung steht insbesondere die Gemischaufbereitung, die für einen effizienten und schadstoffarmen Betrieb des Brenners verantwortlich ist.

Der Produktionsprozess von FPBO nutzt die vorhandenen Ressourcen sehr effizient, weil mehr als 90 % der aus den Bioreststoffen übrig bleibenden Asche und Mineralien entfernt und recycelt werden. Im Rahmen des Projektes werden zudem Marktstudien durchgeführt, die das Potenzial des neuen Brennstoffs und der modifizierten Heizungstechnik bewerten und weiteres Grundlagenwissen für die Markteinführung schaffen. Das langfristige Ziel von „Residue2Heat“ ist, FPBO auf Basis von land- und forstwirtschaftlichen Biomasseresten wie Stroh herzustellen, die weder für die Lebensmittel- noch für die Futtermittelproduktion nutzbar sind oder zu Landnutzungsänderungen (ILUC, indirect land use change) führen. Der konzeptionelle Ansatz sieht vor, lokal anfallende Biomasse in relativ kleinen Produktionsanlagen mit einer Verarbeitungskapazität von 20.000 bis 40.000 Tonnen Biomasse pro Jahr in Schnell-Pyrolyse-Bio-Öl zu wandeln und lokal an Hausbesitzer zu vertreiben.

R2H_logo_long_High_resEC-H2020_mod2Das EU-Forschungsprojekt „Residue2Heat“ wird von der Europäischen Union im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 unter dem Förderkennzeichen Nr. 654650 gefördert.

Mehr Informationen zum Forschungsprojekt: www.residue2heat.eu

Pressemeldung zum Download: Mit Pyrolyseöl heizen – EU-Projekt Residue2Heat will biogene Reststoffe im Wärmemarkt nutzen

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