REDIFUEL

Robust and Efficient processes and technologies for drop in renewable FUELs for road transport

Kurzbeschreibung

Um die Klimaschutzziele der Europäischen Union zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 80 % im Vergleich zu 1990 reduziert werden. Im Straßenverkehr, der heute noch nahezu vollständig auf konventionellen Kraftstoffen und Verbrennungsmotoren basiert, sollen die CO2-Emissionen bis dahin um 60 % sinken. Ein Lösungsweg könnte sein, fossile Kraftstoffe nach und nach zu ersetzen, einerseits durch die Einführung von Elektromobilität auf Kurzstrecken und andererseits die Markteinführung von CO2-armen, flüssigen, biobasierten Kraftstoffen der zweiten Generation zur Sicherung der Mobilität über große Distanzen. Die für ihre Herstellung eingesetzte Biomasse darf weder eine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion noch zu deren Anbauflächen bilden. In dem nun gestarteten Projekt „REDIFUEL“ soll die erforderliche Forschungsarbeit für Herstellung und Einführung solcher Biokraftstoffe einen entscheidenden Schritt vorangebracht werden.

 

Ziele des Projekts

Das übergeordnete Ziel von REDIFUEL ist die nachhaltige Nutzung verschiedener biogener Rohstoffe zur Herstellung eines erneuerbaren Diesel-Biokraftstoffs, der in jedem Mischungsverhältnis mit herkömmlichen Kraftstoffen kompatibel (drop-in fähig) ist. Dazu sind neue Technologien und Prozesse für die Herstellung erneuerbarer Kraftstoffe erforderlich. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines kompakten und hocheffizienten Fischer-Tropsch-Prozesses zur Wandlung von biogenem Synthesegas in ein flüssiges Rohprodukt. Zu dessen Weiterverarbeitung zu einem qualitativ hochwertigen Kraftstoff wird im Projekt ein effizienter Hydroformulierungsprozess entwickelt. Für diesen Produktionsprozess vom Synthesegas bis zum diesel-kompatiblen, normgerechten Biokraftstoff (EN 590) ist ein Design zum Aufbau einer kleinen und einer mittelgroßen Produktionsanlage zu erarbeiten.

Die Produktionskosten sollen auf dem Niveau von 0,90 – 1,00 € pro Liter (je nach Biomassequelle) liegen und so wettbewerbsfähig mit konventionellen Kraftstoffen sein. Neben einer hohen Energiedichte soll er sich auch durch besonders vorteilhafte Emissionswerte auszeichnen. In einem umfassenden Biomass-to-Wheel-Leistungscheck werden die Umwelt- und Gesellschaftsaspekte der entwickelten Technologien geprüft.

 

Arbeitsaufgaben OWI

Durch den Einsatz von erneuerbaren Kraftstoffen im Straßenverkehr müssen die verschiedenen Stufen der Kette von der Produktion bis zum Endverbraucher untersucht werden. Neben der Lagerstabilität müssen die Wechselwirkungen zwischen Kraftstoffkomponenten und Material sowie die Interaktion des Kraftstoffs mit den Schmierstoffen des Motors untersucht werden. Im Einzelnen sind das:

  • Einsatz einer am OWI entwickelten beschleunigten Alterungstestmethode, um die Lagerstabilität der entwickelten Kraftstoffe und Mischungen zu bewerten. Aus den erhobenen Daten wird ein Modell zur Beschreibung der periodisch gemessenen „Fuel Aging Parameter“ entwickelt.
  • Untersuchung des Zusammenspiels des Kraftstoffs und verschiedener Kraftstoffmischungen mit Schmierstoffen
  • Untersuchung des Einflusses von Kraftstoffverunreinigungen im Motoröl auf die Schmierung
  • Identifikation potenzieller Engpässe bei der Verteilung und Handhabung von REDIFUEL von der Produktion bis zum Endverbraucher. Erstellung von Informationsmaterialien für potenzielle Nutzer und politische Entscheidungsträger.

 

Durchführende Forschungsstellen

  • FEV Europe GmbH
  • Max-Planck Gesellschaft zur Forderung der Wissenschaften e.V.
  • AGENCIA ESTATAL CONSEJO SUPERIOR DE INVESTIGACIONES CIENTIFICAS
  • VTT Technical Research Centre of Finland Ltd
  • RWTH Aachen University
  • Oel-Waerme-Institut gGmbH
  • Vrije Universiteit Brussel
  • Neste OYJ
  • MOL Hungarian Oil and Gas Plc
  • Ineratec
  • TEC4FUELS GmbH
  • Uniresearch B.V.

 

Projektförderung

Das EU-Forschungsprojekt „REDIFUEL“ wird von der Europäischen Union im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 unter dem Förderkennzeichen Nr. 817612 gefördert.

 

Projektlaufzeit

10/ 2018 bis 09/2021

 

Kontakt

Nina Sittinger
Tel.: +49 2407/ 9518 144
E-Mail: n.sittinger@owi-aachen.de

Dr.-Ing. Sangeetha Ramaswamy
Tel.: +49 2407/9518 143
E-Mail: s.ramaswamy@owi-aachen.de

Projekt-Homepage: www.redifuel.eu