Betriebssicherheit mit alternativen Brennstoffen

OWI entwickelt Schnelltest für Heizungskomponenten

5. Dezember 2017 – Werkstoffe von brennstoffführenden Bauteilen von Heizungen müssen zur Gewährleistung einer langen Lebensdauer so ausgelegt werden, dass es nicht zu unerwünschten Wechselwirkungen mit dem Brennstoff kommt. Heizöl wird im Markt auch mit einer Zumischung von Biobrennstoffen angeboten. Biobrennstoffe wie Fettsäuremethylester (FAME) haben allerdings andere chemisch-physikalische Eigenschaften als Heizöl. Bei FAME und Heizöl-FAME-Blends ist für eine Beurteilung des Korrosionssystems Werkstoff/Medium/Umgebung wichtig, Alterungseffekte des Mediums einzubeziehen. Ein Prüfverfahren, das den Alterungs-Aspekt berücksichtigt und mit dem sich die Verträglichkeit eines Werkstoffs gegenüber den alternativen Brennstoffen in kurzer Prüfzeit feststellen lässt, existiert zurzeit nicht. Für die Bauteilhersteller kann ein solches Prüfverfahren die Entwicklungszeit neuer Produkte deutlich verkürzen.

Im Rahmen eines neuen Forschungsvorhabens entwickeln die OWI Oel-Waerme-Institut gGmbH und die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung ein Prüfverfahren für die Untersuchung der Beständigkeit von relevanten Werkstoffen in Heizöl-FAME-, Heizöl-HVO-FAME- und Diesel-FAME-Blends, welches für eine Anwendung bei den Bauteilherstellern geeignet ist. Eine Auswahl von Metallen, Legierungen und Polymeren wird am OWI mit der Prüfmethode unter Verwendung von synthetischen Prüfmedien werkstoffkundlichen Untersuchungen unterzogen. Außerdem werden diese Werkstoffe nach der gebräuchlichen Prüfmethode (gemäß DIN 50905 bei den Metallen und Legierungen beziehungsweise DIN ISO 1817 bei den Polymeren) in der Prüfflüssigkeit für B20 aus DIN EN 14879 Teil 4 bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ausgelagert. Mittels Messung der Massenänderung der Prüfkörper, metallographischen Untersuchungen der metallenen Prüfkörpern und Bestimmung der Änderung mechanischer Eigenschaften bei den Polymeren wird am Ende der Versuche eine mögliche Wechselwirkung zwischen Werkstoff und Medien festgestellt. Die Erkenntnisse aus der Anwendung der Prüfmethode sollen Bauteilherstellern als Entscheidungsgrundlage bei der Werkstoffauswahl und der Gewährleistung der Lebensdauer ihrer Produkte dienen.

Das IGF-Vorhaben 19687 N der Forschungsvereinigung Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V. – DGMK, Überseering 40, 22297 Hamburg wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

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