Alternative flüssige Brenn- und Kraftstoffe der Zukunft

Positionspapier zur nachhaltigen Erzeugung

Fortschrittliche flüssige Brenn- und Kraftstoffe könnten aus Biomasseresten, wie zum Beispiel Stroh oder Holz, hergestellt werden. (Foto: Harry Hautumm/ pixelio.de)

25. September 2017 – Flüssige Brenn- und Kraftstoffe sind auf absehbare Zeit im Verkehrssektor ebenso unverzichtbar wie flüssige Brennstoffe im Wärmemarkt. Welche Wege zu ihrer nachhaltigen Erzeugung auf Basis von Biomasse, Reststoffen oder „Power-to-X“-Konzepten gangbar sind, skizziert der ProcessNet-Arbeitsausschuss der Dechema „Alternative flüssige und gasförmige Kraft- und Brennstoffe“ in seinem aktuellen Positionspapier. Aus Sicht der Experten aller relevanten Branchen aus Wissenschaft, Verbänden und Industrie sind dafür nicht nur gezielte Technologieentwicklungen notwendig, auch die Rahmenbedingungen müssen entsprechend gestaltet werden.

Um die Klimaziele zu erreichen und eine sowohl wirtschaftlich wie ökologisch nachhaltige Mobilität sicherzustellen, bieten sich fortschrittliche alternative flüssige Kraftstoffe an. Sie können aus Biomasse, aus biogenen Abfall- und Reststoffen sowie mit Hilfe von regenerativ erzeugtem Strom aus CO2 erzeugt werden. Die Experten des Positionspapiers, zu denen auch OWI-Institutsdirektor Klaus Lucka zählt, prognostizieren für die nächsten 30 Jahre einen steigenden Bedarf an alternativen flüssigen Brenn- und Kraftstoffen. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie einerseits nachhaltig erzeugt werden, andererseits problemlos mit konventionellen fossilen Brenn- und Kraftstoffen mischbar sind und sich in der bestehenden Verbrennungstechnik wie ihre erdölstämmigen Pendants einsetzen lassen („Drop-in-Qualität“).

Das Papier stellt neben den Argumenten für den Einsatz solcher Brenn- und Kraftstoffe auch die möglichen Pfade zu ihrer Herstellung aus unterschiedlichen Quellen dar: Ausgehend von beispielsweise CO2, Stroh oder Holz, Algen oder gebrauchten Speisefetten und -ölen werden die einzelnen Verarbeitungspfade und deren derzeitigen Realisierungsstand vorgestellt.

Neben einer Neugestaltung der Zulassungsregeln für Kraftstoffe und Kraftstoffzusätze mahnen die Experten auch langfristig verlässliche und kohärente Rahmenbedingungen für die Forschungsförderung an, die eine Perspektive über 2020 hinaus eröffnen. Auf dieser Basis könne Deutschland nicht nur seine politischen Ziele erreichen, sondern auch eine technologische Führungsrolle übernehmen.

Das Positionspapier steht kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung unter
http://dechema.de/studien.html

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