Eine Sicherheitsanalyse kann unterschiedliche Ziele haben. So kann ein System beispielsweise bezüglich der Verfügbarkeit analysiert werden. Weiterhin kann der sichere Betrieb eines Systems im Vordergrund der Analyse stehen. In diesem Projekt steht die Analyse des sicheren Betriebs im Vordergrund der Arbeiten. Abhängig vom Zustand des zu analysierenden Systems lassen sich zwei Bereiche der Sicherheitsanalyse unterscheiden:
Analyse des nicht gestörten Betriebs:
Das System arbeitet seiner Auslegung entsprechend korrekt, es tritt kein Versagen von Systemkomponenten auf. Gefahren, die
das System trotz bestimmungsgemäßem Betrieb beinhalten kann sind z. B.:
- Konstruktionsfehler wie die Positionierung regelmäßig im Betrieb zu wartender Bauteile im Bereich heißer Oberflächen.
- das Verlegen elektrischer Leitungen im Bereich heißer Bauteile (Kabelbrand).
- ein Verstoß gegen geltende Normen und Richtlinien.
Das systematische Aufspüren der Gefahren ist in diesem Zustand besonders schwierig, da die Hauptaufgabe von Anlagen in erster Linie in der einwandfreien Erfüllung der Anforderungen liegt. Ist diese erfüllt, besteht die Gefahr, dass bei der Umsetzung im Systemdesign einige Sicherheitsaspekte übersehen werden können. Dies hat gegebenenfalls bei der Markteinführung teure Nachbesserungen und Redesign-Phasen zur Folge.
Analyse des gestörten Betriebs:
Das System arbeitet nicht seiner Auslegung entsprechend. Gründe hierfür können z. B. Bauteilversagen, fehlerhafte Prozessführung
oder -regelung sein. Der gestörte Betrieb macht sich in der Regel durch die Abweichung von Prozessparametern vom Sollwert
bemerkbar. Für die Analyse des gestörten Betriebs stehen mehrere etablierte Methoden (FMEA, HAZOP) zur Verfügung.
Am Oel-Wärme-Institut wurde im Rahmen eines Projektes eine Methodik zur Sicherheitsanalyse entwickelt und in verschiedensten Anwendungen erprobt. Die Methodik implementiert die folgenden Eigenschaften:
Einbindung gängiger Analysetechniken:
z.B. FMEA, HAZOP, Gefahrenfeldanalyse.
Breites Spektrum der Anwendbarkeit bezüglich des Entwicklungsstadiums des Analyseobjektes:
Die Methodik ist in verschiedenen Entwicklungsstufen des zu analysierenden Systems anwendbar. Hierbei soll insbesondere
der Tatsache Rechnung getragen werden, dass in frühen Stadien der Entwicklung nur lückenhafte und unscharfe Informationen
über das zu analysierende System vorliegen können. Die Methodik soll dennoch anwendbar sein und zu richtigen Ergebnissen führen.
Breites Spektrum der Anwendbarkeit bezüglich des Ziels der Analyse:
Die Methode ist auf verschiedene Fragestellungen der Sicherheit anwendbar. Insbesondere sind hier der Aspekt der
Betriebssicherheit im Sinne von Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit des Systems sowie der Aspekt des sicheren Betreibens
des Systems unter Bezugnahme auf anwendbare Normen und Richtlinien zu nennen.
Anwendbarkeit auf Teilbereiche des Systems:
Die Methodik ist auf Teilbereiche des Systems anwendbar . Mit dieser Anforderung soll dem Umstand Rechnung getragen werden,
dass speziell in Brennstoffzellenheizgeräten eine Vielzahl unterschiedlicher Techniken miteinander verknüpft werden. Die
Anwendung auf Teilbereiche des Systems verringert die Komplexität der Analyse. Vorschläge zur Unterteilung des Gesamtsystems
und zur Verknüpfung der Analyseergebnisse von Subsystemen sollen in der Methodik enthalten sein.
Streng systematische Vorgehensweise:
Die Methodik gibt einen formalen Arbeitsablauf vor, welcher den Nutzer durch die einzelnen Stufen der Sicherheitsanalyse
leitet. Hierdurch wird eine gute Vermittelbarkeit der Vorgehensweise einerseits und der Analyseergebnisse andererseits erreicht.
Ausführliche Dokumentation des Analysevorgangs:
Die Methodik beinhaltet die ausführliche Dokumentation des gesamten Analysevorgangs. Hiermit wird eine hohe Verfügbarkeit
der Ergebnisse sowie die Nachvollziehbarkeit des Analysevorgangs für nicht beteiligte Parteien gewährleistet . Weiterhin werden
Arbeitsschritte integriert, welche eine nachhaltige Dokumentation aller für die Systemanalyse relevanten Informationsquellen
gewährleisten.
Die Umsetzung dieser Eigenschaften erfolgt mit Hilfe eines Software-Tools, welches basierend auf einer Datenbankanwendung die Durchführung der Sicherheitsanalyse dokumentiert und so die Verfügbarkeit der Daten sichert. Weiteres Entwicklungsziel ist die Implementierung einer Schnittstelle zur Nutzung von Simulationsdaten.










